Fränkischer Karpfen
g.g.A. Fisch & Meeresfrüchte · Deutschland
Der Fränkische Karpfen, auch Frankenkarpfen oder Karpfen aus Franken, ist ein Spiegelkarpfen aus den Teichen Unter-, Mittel- und Oberfrankens. Er wird lebend oder geschlachtet verkauft und hat weißes, festes Fleisch mit niedrigem Fettgehalt.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 19. März 2008
- Art
- Spiegelkarpfen (Cyprinus carpio), Speisekarpfen
- Gewicht
- 1 000–3 000 g (lebend, ab K3)
- Fettgehalt
- praktisch höchstens 10 %
- Besatzdichte
- höchstens 800 K2 je Hektar
- Fütterung
- überwiegend Naturnahrung, dazu Leguminosen und Getreide (kein Mais)
- Verkauf
- lebend oder geschlachtet
- Herkunftsgebiet
- alle Karpfenteiche in Unter-, Mittel- und Oberfranken (Bayern, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Der Rücken des Frankenkarpfens ist dunkelgrün, grau oder graublau, die Seiten sind gelbgrün bis goldfarben, der Bauch gelblich weiß. Rücken- und Schwanzflossen sind grau, Schwanz- und Analflossen rötlich getönt, Brust- und Beckenflossen gelblich oder rötlich. Lebend wiegt der Speisekarpfen 1 000 bis 3 000 Gramm.
Das Fleisch ist weiß und fest, der Fettgehalt liegt praktisch bei höchstens 10 %. Sein Geschmack wird als nicht erdig (nicht „mooselnd“), angenehm und an gute, frisch gekochte Kartoffeln erinnernd beschrieben.
Herstellung
Weil der Karpfen in den warmen Sommermonaten wächst, zählt man sein Alter in Sommern. In Franken wächst er in der Regel in drei Sommern heran: Im ersten Jahr wird aus dem Ei der K1 aufgezogen, nach dem Überwintern wächst er zum K2 heran und erreicht nach einem weiteren Winter in der Regel im dritten Sommer als K3 das gewünschte Gewicht. Mindestens vom Setzling K2 bis zum Speisefisch K3, also mindestens eine Produktionsperiode, muss er im Gebiet gehalten werden.
Die Karpfen ernähren sich überwiegend von Naturnahrung wie Bodennahrung und Zooplankton. Ab K2 werden Leguminosen und Getreide zugefüttert, aber kein Mais; erlaubt sind auch bestimmte Mischfuttermittel aus Ackerfrüchten ohne tierische Bestandteile, mit höchstens 16 % Rohprotein und mindestens 10 % Grünmehl. Den niedrigen Fettgehalt sichert die begrenzte Besatzdichte von höchstens 800 Karpfen der Stufe K2 je Hektar.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst alle Karpfenteiche in Unter-, Mittel- und Oberfranken. Die Weiher erstrecken sich in einem Gürtel durch das Rednitz-Becken und den oberen Altmühl-, Aisch- und Wörnitzgrund, vorwiegend im Keuper und besonders auf den leichten Sandböden des Burgsandsteins. Der Wechsel von Sandstein und tonigen, wasserstauenden Schichten ist günstig für den Weiherbau: Die Böden verlieren wenig Sickerwasser, sodass geringe Zuflüsse oder Regen genügen, um den Wasserstand über den Sommer zu halten. Mit 600 bis 650 mm Niederschlag im Jahr und 7 bis 9 °C im Mittel ist das Klima warm und trocken; die Teiche sind laut Spezifikation fruchtbarer als in der kühleren Oberpfalz.
Karpfen werden in der Region seit etwa 900 Jahren erzeugt, historisch eng verbunden mit den fränkischen Klöstern. Die Teichwirtschaft prägt die Landschaft und das kulturelle Leben: Es gibt Bücher mit Anekdoten über sie, Lieder über den Karpfen und Ausstellungen zum Thema. Viele Gaststätten in Franken bieten den Karpfen seit langer Zeit an und halten ihn in eigenen Becken frisch; eine typisch fränkische Zubereitung ist der gespaltene, gebackene Karpfen.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 174 vom 16. Mai 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fisch & Meeresfrüchte
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Frankenkarpfen · Karpfen aus Franken
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0688
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 50.000, 9.000
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register