Dresdner Christstollen
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Deutschland

Dresdner Christstollen, auch Dresdner Stollen oder Dresdner Weihnachtsstollen, ist ein schweres Hefegebäck mit viel Butter, Sultaninen, Zitronat oder Orangeat und Mandeln. Er wird von Hand geformt, ohne Form gebacken, gebuttert und gezuckert, vor allem von August bis Januar, in Dresden und Umgebung.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 17. Juni 2008
- Art
- Hefegebäck (Stollen)
- Zutaten auf 100 Teile Mehl
- 50 Teile Butter, 65 Teile Sultaninen, 20 Teile Zitronat oder Orangeat, 15 Teile süße und bittere Mandeln
- Nicht erlaubt
- künstliche Aromen, direkt zugegebene Zusatzstoffe, Margarine
- Gewicht
- mindestens 500 g
- Herstellungszeit
- vor allem August bis Januar
- Herkunftsgebiet
- Dresden und zwölf Orte im Großraum Dresden (Sachsen, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Der Stollen hat eine ebenmäßige Form, ist angemessen gebräunt und gleichmäßig gebuttert und gezuckert. Die Krume ist gut gelockert, die Früchte sind gleichmäßig darin verteilt. Geruch und Geschmack beschreibt die Spezifikation als rein, aromatisch und abgerundet. Ein Stollen wiegt mindestens 500 g.
Auf der Oberseite der Verpackung steht als wichtigstes Kennzeichen der Schriftzug „Dresdner Stollen“, „Dresdner Weihnachtsstollen“ oder „Dresdner Christstollen“, dazu das Qualitätssiegel des Antragstellers mit der Kontrollnummer des Herstellers. Der Name des Herstellers muss sichtbar, aber zurückhaltender angebracht sein; ein Händler darf nur auf den Seiten oder der Unterseite genannt werden.
Herstellung
Mindestens enthalten sein müssen Weizenmehl (Typ 405 oder 550), Vollmilch oder Vollmilchpulver, Kristallzucker, Butter oder Butterschmalz, Orangeat und/oder Zitronat, Sultaninen, süße und bittere Mandeln, Zitronenschale, Speisesalz, Puderzucker und Gewürz. Bezogen auf das Mehl sind 50 % Butter, 65 % Sultaninen, 20 % Zitronat und/oder Orangeat und 15 % Mandeln vorgeschrieben. Künstliche Aromen, direkt zugegebene Zusatzstoffe und Margarine sind verboten.
Die Stollen werden von Hand geformt, als Laib geschnitten oder gerissen beziehungsweise gerollt oder geschlagen. In Formen oder Verbundkästen dürfen sie nicht gebacken werden. Die gesamte Herstellung findet im Gebiet statt. Verpackt und etikettiert wird gleich danach, spätestens vor dem Transport oder Verkauf, damit vor allem die gebutterte und gezuckerte Oberfläche keinen Schaden nimmt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die Stadt Dresden und die Orte Moritzburg, Radebeul, Arnsdorf, Ottendorf-Okrilla, Radeburg, Coswig, Pirna, Wachau, Freital, Radeberg, Weinböhla und Heidenau.
Die Tradition des Stollenbackens reicht laut Spezifikation bis ins 15. Jahrhundert zurück. Auf dem Dresdner Striezelmarkt, 1434 erstmals urkundlich erwähnt, hieß das Gebäck Striezel; 1530 nennt ein Schriftstück des Dresdner Ratsarchivs es „Christstollen“. Um 1490 hob Papst Innozenz VIII. mit dem sogenannten „Butterbrief“ für die Dresdner Bäcker das Verbot auf, in der Adventszeit mit Butter zu backen. Seit 1727 wurde der Stollen zu Weihnachten am Hof Augusts des Starken gereicht; 1730 ließ dieser für das Zeithainer Lustlager mit 24 000 Gästen einen „Riesenstollen“ von 1,8 Tonnen backen. Die Rezepte, zum Teil aus dem Mittelalter, werden in den Betrieben weitergegeben.
Zur Zeit des Antrags wurden laut Spezifikation jährlich etwa 2 Millionen Stollen aus dem Gebiet weltweit verkauft. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2002, dass „Dresdner Stollen“ eine geografische Herkunftsangabe ist.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 46 vom 24. Februar 2010. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Dresdner Stollen · Dresdner Weihnachtsstollen
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0704
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 51.051, 13.738
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register