Cornish Pasty
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Vereinigtes Königreich
Die Cornish Pasty ist eine D-förmige Teigtasche aus Cornwall, gefüllt mit rohem Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben und Zwiebeln. Typisch ist der gefältelte Rand an der Seite. Früher nahmen Minen- und Landarbeiter sie als Mahlzeit mit zur Arbeit.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 11. November 2008
- Art
- gefüllte Pastete (Teigtasche)
- Teig
- Mürbeteig, Blitzblätterteig oder Blätterteig
- Füllung
- Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, Salz und Pfeffer, roh eingefüllt
- Gemüseanteil
- mindestens 25 %
- Fleischanteil
- mindestens 12,5 %
- Herkunftsgebiet
- Cornwall (England, Vereinigtes Königreich)
Aussehen & Geschmack
Die Cornish Pasty hat eine D-Form. Ihr Rand ist zusammengedrückt und gefältelt und liegt an der Seite, nicht oben auf der Pastete. Eine Glasur aus Milch, Ei oder beidem gibt ihr eine goldene Farbe. Der Teig ist so stabil, dass die Pastete beim Backen, Abkühlen und Anfassen nicht bricht.
Fleisch und Gemüse bleiben in Aussehen, Geschmack und Textur einzeln erkennbar; beim Backen verbinden sich die Aromen laut Spezifikation zu einem harmonischen Gesamtgeschmack, und der Teig nimmt leicht den Geschmack der Füllung an. Es gibt die Pasty in vielen Größen, beim Bäcker und Metzger, im Supermarkt, in Feinkostgeschäften und in der Gastronomie.
Herstellung
Der Teig ist je nach Rezept des Bäckers Mürbeteig, Blitzblätterteig oder Blätterteig. Die Füllung besteht aus in Scheiben oder Würfel geschnittenen Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln und gewürfeltem oder gehacktem Rindfleisch, gewürzt vor allem mit Salz und Pfeffer. Gemüse macht mindestens 25 %, Fleisch mindestens 12,5 % der ganzen Pastete aus. Anderes Fleisch und anderes Gemüse sind nicht erlaubt; alle Zutaten der Füllung müssen beim Verschließen roh sein. In kleinen Mengen, zusammen höchstens 5 % der Füllung, dürfen etwa Butter, Clotted Cream, Rindertalg, Brühe oder Stärke dazukommen, sofern sie den Geschmack nicht verändern. Künstliche Zusatzstoffe sind in der Füllung verboten.
Die Pastete wird zur D-Form zusammengelegt, der Rand von Hand oder maschinell zusammengedrückt und gefältelt. Sie kann eingestochen oder eingeritzt und glasiert werden. Sie wird langsam gebacken, damit die Aromen der rohen Zutaten zur Geltung kommen. Im Gebiet muss nur die Vorbereitung bis zum Backen stattfinden: Ungebacken oder tiefgefroren darf die Pasty an Bäckereien und Verkaufsstellen außerhalb Cornwalls geliefert und dort gebacken werden.
Herkunft & Geschichte
Das feuchte, milde Klima Cornwalls eignet sich gut für Fleisch und Gemüse; Kartoffeln und Steckrüben gehören seit langem zu den wichtigsten Gartenbauerzeugnissen der Region. Die Zutaten müssen nicht aus Cornwall stammen, kommen laut Spezifikation in der Praxis aber weiter von örtlichen Landwirten.
Im 16. und 17. Jahrhundert setzte sich die Pasty allgemein durch. Bergbau gab es in Cornwall seit vielen Jahrhunderten, die Blütezeit lag im 18. und 19. Jahrhundert. Ende des 18. Jahrhunderts war die Pasty das Grundnahrungsmittel der Arbeiter und ihrer Familien; Minen- und Landarbeiter nahmen sie mit zur Arbeit, meist in einer Tasche. Worgan’s Agricultural Survey of Cornwall von 1808 berichtet, dass der arbeitende Mann sein Fleisch gewöhnlich in einer Pasty mitnahm, und Aufzeichnungen aus den 1860er-Jahren erwähnen auch Kinder in den Minen, die Pastys als „Crib“ oder „Croust“ dabeihatten. Eine beliebte Geschichte erzählt, die D-Form habe es den Arbeitern in den Zinnminen erlaubt, die Pasty unter Tage aufzuwärmen und zu essen; der gefältelte Rand diente als Griff und wurde weggeworfen, weil in vielen Minen viel Arsen vorkam.
Postkarten aus den Jahren 1901 bis 1910 zeigen die Pasty, und Kochbücher wie „Good Things in England“ (1922) und „Cornish Recipes, Ancient and Modern“ (1929) enthalten Rezepte. Seit die Eisenbahn Touristen nach Cornwall brachte, ist die Pasty Teil des Besuchs. Laut einer Studie von 2002 sind Cornish Clotted Cream und Cornish Pasty die Erzeugnisse der Region, die Besucher am häufigsten probieren und am ehesten mit nach Hause nehmen.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 199 vom 16. Juni 2015. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Vereinigtes Königreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-GB-0727
Erzeugnis aus einem Land außerhalb der EU, das in der EU geschützt ist.
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 50.417, -4.750
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 28. Januar 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register