Cidre de Bretagne
g.g.A. Sonstige Lebensmittel · Frankreich
Cidre de Bretagne, auch Cidre breton, ist ein schäumender Apfelwein aus Mostäpfeln, die in der Bretagne und ihren Randgebieten wachsen und dort verarbeitet werden. Er ist klar oder trüb, fein perlend und reicht je nach Verschnitt von eher sauer und blass bis bitter und mahagonibraun.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 10. Februar 2000
- Art
- schäumender Apfelwein
- Äpfel
- nur Mostäpfel aus dem Gebiet, keine Tafeläpfel
- Mostkonzentrat
- höchstens 40 % des verarbeiteten Mostes
- Alkoholgehalt
- gesamt mindestens 5,0 % vol., vorhanden mindestens 1,5 % vol.
- Farbstoff
- nur Karamell
- Herkunftsgebiet
- Côtes-d’Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine, Morbihan und Teile von Loire-Atlantique, Maine-et-Loire und Mayenne (Frankreich)
Aussehen & Geschmack
Cidre de Bretagne ist klar oder trüb, fein perlend und leicht schäumend. Die Kohlensäure entsteht bei der Gärung und/oder wird zugesetzt. Das Aroma beschreibt die Spezifikation als reich, ausgeglichen und rustikal oder mit fruchtigen und blumigen Noten, manchmal mit würzigen Reifearomen. Manche Cidres schmecken vorwiegend sauer und sind eher blass, andere vorwiegend bitter und mahagonibraun; bekannt ist er laut Spezifikation für das Gleichgewicht zwischen bitter, sauer und süß.
Der Gesamtalkoholgehalt liegt bei mindestens 5,0 % vol., der vorhandene Alkoholgehalt bei mindestens 1,5 % vol. Mengen für industrielle Zwecke und zusammengesetzte Erzeugnisse dürfen auch nicht schäumend vermarktet werden.
Herstellung
Verarbeitet werden nur Mostäpfel, deren Saft mindestens 0,6 g/l Gerbstoffe enthält; Tafeläpfel sind ausgeschlossen. Auf etwas weniger als der Hälfte der Flächen wachsen bittere und bittersüße Äpfel, auf einem Drittel säuerliche und saure, auf dem Rest süße. Daraus stellen die Hersteller ihre Verschnitte zusammen. Höchstens 40 % des Mostes dürfen aus Konzentrat stammen.
Anbau, Pressen und Gärung finden im Gebiet statt. Die Rohsäfte werden mit nicht erhitztem Wasser gewonnen, vergoren wird kalt oder bei Umgebungstemperatur. Als Farbstoff ist nur Karamell zugelassen.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst alle Gemeinden der Departements Côtes-d’Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan sowie einzeln aufgeführte Gemeinden in Loire-Atlantique, Maine-et-Loire und Mayenne. Das Seeklima mit geringen Temperaturunterschieden, regelmäßigen Niederschlägen, gemäßigten Sommern und wenigen Frosttagen begünstigt Apfelbäume, eignet sich aber wenig für Weinbau.
Laut Spezifikation wurden die Mostapfelgärten seit dem Mittelalter mit Sorten aus Spanien (Vizcaya) angelegt; Erzeuger, Züchter und Baumschulen passten sie an Boden und Klima an, sodass sehr viele Sorten entstanden. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Cidre auf den Höfen gemacht, danach auch in handwerklichen und industriellen Betrieben. Vor 1789 schränkten hohe Steuern des bretonischen Parlaments den Handel ein; in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Cidre aus der nördlichen Bretagne nach Neufundland und in die französischen Kolonien verschifft. Um 1950 begannen die Kellereien, süße Cidres zu pasteurisieren. Die Bretagne ist laut Spezifikation die zweitgrößte Mostapfelregion Frankreichs.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 222 vom 26. Juni 2018. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Sonstige Lebensmittel
- Herkunft
- Frankreich
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Cidre Breton
- Aktenzeichen
- PGI-FR-0088
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 48.167, -2.833
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register