Chianti Classico
g.U. Wein · Italien

Chianti Classico ist ein Rotwein aus dem Hügelland der Provinzen Florenz und Siena, im Herzen der Toskana. Er wird vor allem aus der Rebsorte Sangiovese bereitet. Neben dem Chianti Classico gibt es die Stufen Riserva und Gran Selezione.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 14. April 2004
- Wichtigste Rebsorte
- Sangiovese
- Stufen
- Chianti Classico, Riserva, Gran Selezione
- Alkohol
- mindestens 12 % vol (Riserva 12,5 %, Gran Selezione 13 %)
- Höchstertrag
- 7 500 kg Trauben bzw. 52,5 hl Wein je Hektar
- Herkunftsgebiet
- Teile der Provinzen Florenz und Siena, abgegrenzt 1932
- Kennzeichen
- der schwarze Hahn (Gallo Nero) auf jeder Flasche
Aussehen & Geschmack
Die Spezifikation beschreibt drei Stufen. Chianti Classico ist mehr oder weniger intensiv rubinrot und duftet intensiv und blumig. Im Geschmack ist er trocken, frisch und zart, mit leichtem Tannin, das mit der Zeit reift. Die Riserva ist intensiv rubinrot und wird mit dem Alter granatrot. Sie duftet fruchtig und ist trocken und ausgewogen, mit kräftigen Tanninen. Die Gran Selezione duftet würzig und anhaltend und hat einen langen Abgang.
Typisch für das Gebiet ist laut Spezifikation ein Duft nach Blüten wie Iris und Veilchen, den sie mit den Sandsteinböden verbindet. Dazu kommen Noten von Waldbeeren, die sie auf den Kalk im Boden zurückführt.
Jede Flasche trägt seit 2005 das Bild eines schwarzen Hahns. Er ergänzt die Bezeichnung „Chianti Classico“, ersetzt sie aber nicht.
Herstellung
Wichtigste Rebsorte ist der heimische Sangiovese. Erzogen werden die Reben traditionell am toskanischen Bogen (Guyot) oder als Kordon mit Zapfen. Je Hektar dürfen höchstens 7 500 kg Trauben bzw. 52,5 hl Wein erzeugt werden; die Spezifikation nennt das die niedrigsten Werte in Italien. Abgefüllt wird nur im Gebiet selbst, damit Qualität und Herkunft gesichert bleiben. Jahrgangswein darf erst ab dem 1. Oktober des Jahres nach der Lese verkauft werden.
Die Gran Selezione steht an der Spitze. Sie darf nur aus Trauben der eigenen Rebflächen des Betriebs entstehen, der sie abfüllt. Auf ihrem Etikett darf zusätzlich eine von elf festgelegten Teilzonen des Gebiets stehen: Castellina, Castelnuovo Berardenga, Gaiole, Greve, Lamole, Montefioralle, Panzano, Radda, San Casciano, San Donato in Poggio oder Vagliagli.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist hügelig, 200 bis 600 m hoch, mit teils steilen Hängen. Die Böden sind meist flachgründig, aus Schiefer (galestro), Ton, Kalksandstein und dem typischen Albarese-Gestein. Das Klima ist kontinental, mit kalten Wintern, trockenen Sommern und rund 850 mm Niederschlag im Jahr.
Zeugnisse des Weinbaus gibt es hier schon aus etruskischer und römischer Zeit. Urkunden erwähnen den Wein seit 1200, und 1398 erscheint der Name „Chianti“ erstmals in einer notariellen Urkunde. 1716 legte Großherzog Cosimo III. der Toskana die Grenzen des Gebiets fest. Laut Spezifikation war es damit das erste abgegrenzte Weinbaugebiet der Welt.
Zwischen 1834 und 1837 beschrieb Baron Bettino Ricasoli, später italienischer Ministerpräsident, eine Zusammensetzung des Weins, auf der die offizielle Zusammensetzung des Chianti aufbaute. Als auch Nachbargebiete so arbeiteten, gründeten 33 Erzeuger im Jahr 1924 ein Schutzkonsortium. 1932 erhielt das älteste Gebiet das Recht auf den Zusatz „Classico“. Seit 1996 hat Chianti Classico eine eigene Produktspezifikation, getrennt vom Chianti.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2024/1036 vom 24. Januar 2024. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Wein
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-IT-A1235
Lage
Der Punkt liegt im abgegrenzten Weinbaugebiet. Koordinaten: 43.502, 11.282
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 25. Januar 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register