Černá Hora
g.g.A. Bier & andere Getränke · Tschechien

Černá Hora ist ein untergäriges Bier aus der gleichnamigen Gemeinde in Südmähren. Geschützt sind helle, halbdunkle und dunkle Varianten, gebraut im zweistufigen Dekoktionsverfahren aus tschechischem Malz, Saazer Rothopfen und Wasser aus örtlichen Quellen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 19. Oktober 2004
- Art
- untergäriges Bier, hell, halbdunkel und dunkel
- Rohstoffe
- Gerstenmalz („tschechisches Malz“), Hopfen der Sorte halbfrüher Saazer Rothopfen, Wasser, untergärige Hefe
- Alkoholgehalt
- je nach Variante 3,5–6,0 % vol.
- Verfahren
- zweistufiges Dekoktions-Maischverfahren, Hauptgärung in offenen Bottichen
- Herkunftsgebiet
- Gemeinde Černá Hora (Südmähren, Tschechien)
Aussehen & Geschmack
Alle Varianten von Černá Hora sind untergärige Biere. Das helle Bier ist goldgelb bis goldbraun, schäumt gut und hat einen mittleren bis starken, vollen Geschmack mit reiner Malz- und Hopfennote und Hopfenaroma. Den vollen Geschmack gibt laut Spezifikation vor allem unvergorener Restextrakt. Die Bittere ist mittel bis stark, leicht bis mittelrau, mit längerem Nachgeschmack; ein sehr leichter Hefe- oder Fruchtton ist zulässig.
Das Dunkelbier ist rötlich bis rotbraun, hat einen sehr vollen Geschmack und angenehme Hopfennoten; Karamell- und Malzaroma sind als Nebengeschmack zulässig. Die Spezifikation unterscheidet helles Lagerbier (3,8–6,0 % vol.), helles Schankbier und ungefiltertes Schankbier mit typischem Hefegeschmack (je 3,5–4,5 % vol.), dunkles Lagerbier aus karamellisiertem und gebräuntem Malz, granatrot bis rötlichbraun (3,6–5,7 % vol.), sowie halbdunkles Schankbier, rötlich bis granatrot mit leichtem Karamellton (3,5–4,5 % vol.).
Herstellung
Verwendet werden ein helles Gerstenmalz aus zweizeiliger Frühjahrsgerste, „tschechisches Malz“ genannt, Hopfen der Sorte halbfrüher Saazer Rothopfen als getrockneter Hopfen oder Extrakt, weiches bis mittelhartes Wasser aus örtlichen Quellen und ausschließlich untergärige Hefe.
Gemaischt wird im zweistufigen Dekoktionsverfahren: Ein Teil der Maische wird getrennt gekocht, der Vorgang wird zweimal wiederholt. Nach dem Abläutern wird die Würze 80 bis 120 Minuten mit Hopfen gekocht und dabei bis zur Stammwürze des fertigen Biers eingekocht, die sich danach nicht mehr ändert. Die Hauptgärung dauert in offenen Gärbottichen bei höchstens 9,5 °C 6 bis 12 Tage. Getrennt davon folgen Nachgärung und Reifung in geschlossenen Tanks bei bis etwa 0 °C und leichtem Überdruck, je nach Stammwürze 21 bis 60 Tage. Dabei klärt sich das Bier, nimmt Kohlensäure auf und rundet sich ab. Danach wird es gefiltert oder bleibt ungefiltert und wird in Fässer, Flaschen, Dosen oder Tanks abgefüllt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist die Gemeinde Černá Hora in Südmähren.
Laut Spezifikation wird dort seit dem 13. Jahrhundert ununterbrochen Bier gebraut; die erste schriftliche Aufzeichnung über die Brauerei stammt von 1530. Die Brauerei hatte viele Eigentümer, wurde 1949 verstaatlicht und 1996 im Zuge der Privatisierung wieder unabhängig; gebraut wurde laut Spezifikation stets nach den traditionellen Verfahren. Dokumente zur Geschichte, etwa aus der Zeit des Dominikanerordens in Černá Hora, liegen im Mährischen Staatsarchiv in Brünn. Im April und September finden in der Gemeinde jährlich Veranstaltungen rund um das Bier statt, die „Begrüßung des Frühlings“ und das „Bierfest“. 1995 erschien ein Buch des Brünner Historikers Leoš Vašek zur Brauereigeschichte des Ortes.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 73 vom 27. März 2009. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Bier & andere Getränke
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0409
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 49.414, 16.581
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 18. Oktober 2004. Eintrag im eAmbrosia-Register