Cereza del Jerte

g.U. Obst, Gemüse & Getreide · Spanien

Cereza del Jerte sind Tafelkirschen aus dem Jerte-Tal und den Nachbartälern La Vera und Ambroz im Norden der Provinz Cáceres. Die Bezeichnung umfasst fünf einheimische und drei eingeführte Sorten; die „Picota“-Kirschen lösen sich bei der Ernte von selbst vom Stiel.

Auf einen Blick

Schutz
g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 19. April 2007
Art
frische Tafelkirschen
Einheimische Sorten
Navalinda, Ambrunés, Pico Limón Negro, Pico Negro, Pico Colorado
Weitere Sorten
Van, Lapins, Burlat
Größe
mindestens 21 mm
Handelsklasse
nur „Extra“
Ernte
von Hand, Ende April bis Anfang August
Herkunftsgebiet
Valle del Jerte, La Vera und Valle del Ambroz (Provinz Cáceres, Extremadura, Spanien)

Aussehen & Geschmack

Die Kirschen bilden zwei Gruppen. Die „Picota“-Kirschen der Sorten Ambrunés, Pico Negro, Pico Colorado und Pico Limón Negro lösen sich bei der Ernte von selbst vom Stiel, laut Spezifikation ohne an Qualität oder Haltbarkeit zu verlieren. Navalinda, Van, Lapins und Burlat werden mit Stiel geerntet.

Die Haut ist rötlich, meist wein- oder purpurrot. Das feste, knackige Fruchtfleisch ist je nach Sorte rot mit rotem Saft oder gelb bis beige mit farblosem Saft. Die Früchte sind nierenförmig, abgeplattet, rund oder länglich; die Picota-Sorten Pico Negro, Pico Colorado und Pico Limón Negro länglich. Sie messen mindestens 21 mm und haben je nach Sorte im Durchschnitt 14 bis 21 °Brix Zucker. Vermarktet werden nur Kirschen der Klasse „Extra“.

Herstellung

Die Bäume stehen meist auf kleinen, zum Teil winzigen Terrassen mit Steinmauern in steilen Hanglagen, wo kaum Maschinen eingesetzt werden können. Pflügen, Düngen, Schneiden und die Ernte von Hand erfolgen im Gebiet, überwiegend in Klein- und Familienbetrieben. Die Kirschen reifen je nach Sorte und Lage zwischen Ende April und Anfang August; bei derselben Sorte können die Reifezeiten mehr als 40 Tage auseinanderliegen.

Verpackt wird im Gebiet. Jede Packung ist einheitlich nach Herkunft, Sorte, Qualität und Größe. Das Logo „Picota del Jerte“ darf nur für die Picota-Sorten verwendet werden, das Logo „Cereza del Jerte“ für alle Kirschen.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet reicht von den Tieflagen der drei Täler bis über 1.200 m; in La Vera sind Betriebe unter 500 m, im Ambroz-Tal unter 600 m ausgeschlossen. Für die Picota-Kirschen eignen sich laut Spezifikation die Lagen ab 600 m am besten. Die Böden sind sandig-lehmig, locker und sauer mit einem pH-Wert von 5 bis 5,5; das Klima ist ein feuchtes Mittelmeerklima mit einer kurzen trockenen Zeit im Juli und August. Die einheimischen Sorten gibt es praktisch nur hier; Versuche, sie anderswo anzubauen, waren laut Spezifikation wenig erfolgreich. Burlat und Van werden seit den 1960er-Jahren angebaut, Lapins seit den 1980er-Jahren.

Der Kirschbaum wurde vermutlich von den Arabern eingeführt; sichere Belege gibt es ab dem 14. Jahrhundert. Am 2. Juni 1352 wurde eine Gesandtschaft des spanischen Königs in einem Dorf der Gegend mit Forellen und Kirschen bewirtet. Im 16. Jahrhundert lobte der Arzt Luis de Toro Größe, Farbe und Geschmack der Kirschen aus dem Jerte-Tal. Als im 18. Jahrhundert die Tintenkrankheit die Edelkastanien vernichtete, wurde die Kirsche zur wirtschaftlichen Alternative; Ende des 18. und im ganzen 19. Jahrhundert wuchsen die Anbauflächen in allen drei Tälern stetig.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/3572 vom 9. Juli 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

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Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
Kategorie
Obst, Gemüse & Getreide
Herkunft
Spanien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PDO-ES-0233

Lage

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 40.228, -5.747

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 15. Juli 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register