Cebularz lubelski
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Polen
Cebularz lubelski, der Lubliner Zwiebelkuchen, ist ein runder, flacher Hefeteigkuchen mit einer Schicht aus grob gewürfelten Zwiebeln und Blaumohn. Er wird von Hand geformt, hat einen knusprigen Teigrand und kommt aus der Woiwodschaft Lublin im Osten Polens.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 7. Februar 2013
- Art
- Backware aus Hefeteig mit Zwiebelauflage
- Größe
- 5 bis 25 cm Durchmesser, etwa 1,5 cm dick
- Teig
- feines Weizenmehl, Zucker, Margarine oder Butter, Hefe, Wasser, Salz
- Auflage
- rohe, grob gewürfelte Zwiebeln mit Blaumohn, Salz und Raps- oder Sonnenblumenöl
- Verzehr
- innerhalb von etwa 48 Stunden nach dem Backen
- Herkunftsgebiet
- Woiwodschaft Lublin (Polen)
Aussehen & Geschmack
Cebularz lubelski ist rund, 5 bis 25 cm groß und etwa 1,5 cm dick. Die Zwiebelschicht ist goldgelb und schmeckt und riecht nach geschmorten Zwiebeln. Um sie herum läuft ein 0,5 bis 1,5 cm breiter Teigrand mit krosser, hellgoldener bis leicht bräunlicher Kruste. Die Krume ist hell, weich und leicht feucht und nimmt durch die Auflage das Aroma frisch angebratener Zwiebeln an. Wird der Kuchen auf Weizenkleie gebacken, haftet sie sichtbar an der Unterseite.
Der Zwiebelkuchen soll innerhalb von etwa 48 Stunden nach dem Backen gegessen werden. Er darf unverpackt verkauft werden; einzeln verpackt wird er erst, wenn er ausgekühlt ist, weil er sonst feuchter wird und rasch seine Knusprigkeit verliert.
Herstellung
Auf 100 kg feines Weizenmehl kommen 2 kg Zucker, 3 kg Margarine oder Butter, 4 kg Hefe, 50 l Wasser und 1 kg Salz. Laut Spezifikation enthält der Teig damit doppelt so viel Zucker und Fett wie herkömmlicher Weizenteig. Für die Auflage werden 30 kg Zwiebeln grob gewürfelt und mit 3 kg Blaumohn, 1,5 kg Salz und 1 l Raps- oder Sonnenblumenöl oder einer Mischung daraus verrührt; die Zwiebeln werden nicht vorgegart. Die Spezifikation betont mild und süß schmeckende Zwiebeln und die Einhaltung der Bedingungen und der Zeit, die die Zwiebelmasse zum Reifen braucht.
Der Teig wird geteilt und von Hand rund geformt, die Zwiebelmasse gleichmäßig darauf verteilt, sodass ringsum ein knusprig brauner Rand entsteht, und dann gebacken. Alle Schritte, von der Zwiebelmasse und dem Teig bis zum Backen, finden in der Woiwodschaft Lublin statt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist die Woiwodschaft Lublin in ihren Verwaltungsgrenzen. Der Name kommt von „cebula“, Zwiebel. Die Backtradition der Region reicht laut Spezifikation bis ins Mittelalter zurück, der Zwiebelkuchen wird erstmals im 19. Jahrhundert erwähnt. Zuerst buken ihn die Juden der Lubliner Altstadt; vor dem Zweiten Weltkrieg waren es die jüdischen Bewohner von Lublin, Kazimierz Dolny und Zamość. Weil das Rezept einfach und günstig war, verbreitete es sich in der ganzen Region, in der sich die Backtraditionen verschiedener Kulturen gegenseitig beeinflussten. Gekocht wurde dort vor allem einfach, mit Getreide, Zwiebeln, Raps, Lein und Blaumohn.
Nach Erinnerungen von Lublinern aus der Zwischenkriegszeit (1919 bis 1939) backte jede der vielen jüdischen Bäckereien den Zwiebelkuchen, und Straßenverkäufer boten ihn aus Körben am Arm an. Die erste Bäckerei, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Lublin wieder öffnete, verkaufte ihn schon zum ersten Weihnachtsfest nach dem Krieg; danach verbreitete sich das Rezept rasch in der ganzen Region. Heute gehört die Herstellung des Cebularz lubelski in der Woiwodschaft zur Bäckerausbildung. Das Gebäck ist auf Erntedankfesten, dem Tag des Brotes im Lubliner Freilichtmuseum und auf Messen in Polen und im Ausland vertreten und steht auf der „Kulinarischen Karte der Region Lublin“.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 80 vom 19. März 2014. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Polen
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-PL-1092
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 51.233, 22.900
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 6. Februar 2013. Eintrag im eAmbrosia-Register