Caviar d'Aquitaine
g.g.A. Fisch & Meeresfrüchte · Frankreich
Caviar d’Aquitaine ist Kaviar vom Sibirischen Stör (Acipenser baerii baerii), der in Südwestfrankreich gezüchtet, geschlachtet und verarbeitet wird. Er besteht nur aus Störeiern und Salz und hat Noten von Butter, Rahm oder Schalenfrüchten.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 5. Januar 2024
- Art
- Sibirischer Stör (Acipenser baerii baerii), aus Zucht
- Zutaten
- Störeier, nicht jodiertes Speisesalz, gegebenenfalls Konservierungsstoffe
- Verkauf
- frisch, pasteurisiert oder tiefgefroren, in Dosen aus Metall, Glas oder Kunststoff
- Alter
- frisch bis 6 Monate, pasteurisiert oder konserviert bis 18 Monate, tiefgefroren bis 24 Monate
- Herkunftsgebiet
- Departements Gironde, Landes und Lot-et-Garonne sowie große Teile von Charente, Charente-Maritime, Dordogne, Gers und Pyrénées-Atlantiques (Frankreich)
Aussehen & Geschmack
Der Kaviar besteht aus nicht ovulierten Eiern (Oozyten) des Störs, mit wenig austretender Flüssigkeit. Größe und Farbe sind einheitlich: Alle natürlichen Farben sind zulässig, doch in einer Dose müssen die Eier gleich gefärbt sein, ein- oder zweifarbig. Die Farbpalette dieser Störart ist laut Spezifikation variabler als die anderer Störe. Die Eier lösen sich leicht voneinander. Junger Kaviar ist fest, mit der Zeit wird er weicher; nach dem Pasteurisieren kann man die Eihaut leicht spüren.
Unter zwei Monaten ist der Kaviar geruchlos, danach kann er leicht nach Fisch riechen. Er hat Noten von Butter, Rahm oder Schalenfrüchten. Mit der Zeit wird er salziger, Geschmack und Geruch werden intensiver und bleiben länger am Gaumen. Er darf nicht oder nur sehr leicht bitter und nach Fisch schmecken und niemals ranzig, metallisch oder erdig.
Herstellung
Die Störe werden im Gebiet vermehrt und aufgezogen; die Erzeuger wählen die Zuchttiere aus, die Männchen nach Robustheit und Wachstum, die Weibchen nach Größe und Ertrag an Eiern. Ein Zuchtzyklus dauert im Durchschnitt neun Jahre. Gefüttert wird mit Granulat aus Fischereierzeugnissen, das zu mehr als 90 % aus Nebenerzeugnissen der Lebensmittelverarbeitung oder aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei stammt; bedrohte oder gefährdete Arten sind ausgeschlossen. Das Futter enthält keine Gentechnik, Antibiotika oder Farbstoffe, Palmöl nur als Bindemittel bis 1 %.
Schlachtung, Gewinnung und Verpackung finden am selben Standort und ohne Unterbrechung statt: Von der Schlachtung bis zur verschlossenen Dose dürfen höchstens vier Stunden vergehen. Die Erzeuger wählen die Rogen nach Größe und Farbe der Eier aus, stellen einheitliche Chargen zusammen und salzen von Hand mit nicht jodiertem Speisesalz aus mindestens 99 % Natriumchlorid. Wie stark gesalzen wird, hängt von der Reife der Eier ab. Gleich nach dem Salzen wird verpackt, weil die empfindlichen Eier möglichst wenig angefasst werden sollen.
Herkunft & Geschichte
Nach dem Ersten Weltkrieg war die russische Kaviarproduktion durch die Revolution zerstört. Daraufhin wurde an der Gironde Kaviar vom Europäischen Stör (Acipenser sturio) hergestellt, der damals noch in der Mündung vorkam. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war diese Art nahezu ausgestorben. Um die Kaviarerzeugung zu erhalten, wurde in Aquitanien der Sibirische Stör erforscht, ein Süßwasserfisch aus den Flüssen Sibiriens.
In den 1990er-Jahren entstanden die ersten Störzuchten an der Isle und in der Bucht von Arcachon; 1996 kam erstmals Kaviar unter dem Namen „Caviar d’Aquitaine“ in den Handel. Das Gebiet gehört zum Aquitanischen Becken und zum Einzugsgebiet von Adour und Garonne mit Adour, Garonne, Dordogne und Charente. Laut Spezifikation ist der Sibirische Stör hier vollständig angepasst; Höhe, Temperatur und Trübung des Wassers bestimmten die Abgrenzung des Gebiets.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2024/6592 vom 31. Oktober 2024. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fisch & Meeresfrüchte
- Herkunft
- Frankreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-FR-03054
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 44.333, -0.250
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 18. Februar 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register