Caralhotas de Almeirim
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Portugal
Caralhotas de Almeirim sind kleine, annähernd runde Brote aus Weizenmehl, Hefe oder Sauerteig vom Vortag, Wasser und Salz aus der portugiesischen Gemeinde Almeirim. Sie haben eine krosse, knusprige Kruste und eine rustikale Krume und werden im ganzen Laib verkauft.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. Juli 2020
- Art
- kleines Weizenbrot
- Zutaten
- Weizenmehl, Backhefe und/oder Teig vom Vortag, Wasser, Salz
- Größe
- annähernd rund, durchschnittlich 15 cm Durchmesser
- Kruste
- krossknusprig, eierschalenfarben bis braun
- Herkunftsgebiet
- Gemeinde Almeirim (Portugal)
Aussehen & Geschmack
Caralhotas de Almeirim sind kleine, annähernd runde Brote mit durchschnittlich 15 cm Durchmesser. Die Kruste ist kross und knusprig, ihre Farbe reicht je nach Backdauer von Eierschale bis Braun. Die Krume ist rustikal, kompakt und doch gelockert, weiß bis eierschalenfarben und hat kleine bis mittlere Lufteinschlüsse.
Laut Spezifikation sind die Brote sehr knackig und schmackhaft; durch das Backen bei sehr hoher Temperatur entsteht ein schweres Brot mit vollmundiger Krume und sehr knuspriger Kruste. Verkauft werden sie fertig gebacken, im ganzen Laib und einzeln, vorzugsweise in Papiertüten. Das Etikett trägt den Namen mit dem Zusatz „IGP“ oder „Indicação Geográfica Protegida“ und das EU-Logo für geschützte geografische Angaben.
Herstellung
Der Teig besteht aus Weizenmehl (Typ 55, Typ 65 oder vergleichbar), Backhefe und/oder Anstellgut – gereiftem Teig vom Vortag, etwa 1 % bezogen auf das Mehl –, 50 bis 65 % Wasser und 1,5 % Salz. Man gibt das Mehl in eine Schüssel, drückt in der Mitte eine Mulde hinein und gibt die Hefe, dann Salz und Wasser dazu. Von Hand oder mit einem Quirl wird alles vermengt, gegebenenfalls mit dem Anstellgut. Unter Zugabe von weiterem Wasser wird der Teig „immer vom Rand her“ geknetet, bis er elastisch ist, Blasen zeigt und sich von der Schüssel löst.
Das richtige Verhältnis der Zutaten und die Beurteilung, wie der Teig geht, geben laut Spezifikation Kruste und Krume ihre Eigenart. Mischen, Kneten, Gehenlassen, Abteilen und Backen finden in der Gemeinde Almeirim statt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist die Gemeinde Almeirim. Geschichtlichen Quellen zufolge wurden die Brote im 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal gebacken; Backöfen gab es in der Gemeinde schon ab dem 16. Jahrhundert. In der ländlichen, armen Gegend backten Familien ihr Brot zu Hause und aßen die Woche über davon. Beim Ansetzen des Teigs sagten die Bäcker „Deus te acrescente que és para muita gente“ (Mögest du mit Gottes Hilfe aufgehen, denn von dir müssen viele Menschen satt werden).
Laut einem Historiker der Gemeinde formte man aus den Teigresten in der Schüssel, der „alguidar“, kleine Kugeln, damit nichts verloren ging. Der Name leitet sich von den Knötchen auf Wollpullovern ab, die man vor Ort „caralhotas“ nennt und die den Teigresten glichen; auch der Autor Paulo Moreiras stellt diese Verbindung her.
Bekannt wurden die Brote mit dem Aufkommen der Gastronomie in Almeirim: Restaurants begannen, sie selbst zu backen und zur dort ebenso bekannten „Sopa da Pedra“ zu reichen. Beim jährlichen Festival „Sopa da Pedra“, der größten Veranstaltung der Gemeinde, sind sie laut Spezifikation das einzige angebotene Brot. Sie sind auch auf Messen und Festen in der Region und im Fernsehen vertreten. 2018 berichtete ein regionales Nachrichtenportal von jährlich 3 Millionen in Almeirim verkauften Caralhotas.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/952 vom 6. Februar 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Portugal
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-PT-02622
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 39.158, -8.590
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 13. Juni 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register