Brněnské pivo
g.g.A. Bier & andere Getränke · Tschechien
Brněnské pivo oder Starobrněnské pivo ist untergäriges Bier aus der Region Brünn. Gebraut wird es im zweistufigen Dekoktionsverfahren mit zweistufiger Gärung, laut Spezifikation in Anknüpfung an die Altbrünner Klosterbrauerei der Zisterzienser von 1325.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 14. Oktober 2004
- Art
- untergäriges Bier; alkoholfreies Bier, Schankbiere und Lagerbier
- Rohstoffe
- Malz aus zweizeiliger Frühjahrsgerste, Hopfen (halbfrüher Saazer Rothopfen, Magnum), Wasser
- Stammwürze
- 10 % (Schankbiere), 11–12 % (Lagerbier)
- Verfahren
- zweistufiges Dekoktions-Maischverfahren, zweistufige Gärung
- Herkunftsgebiet
- Region Brünn (Südmähren, Tschechien)
Aussehen & Geschmack
Hergestellt werden alkoholfreies Bier, helles, halbdunkles und dunkles Schankbier sowie Lagerbier. Das alkoholfreie Bier hat einen minimalen Alkoholgehalt, hohe Süffigkeit und ein schwaches Würzearoma. Das helle Schankbier ist goldgelb, mittel vergoren und mittel bitter. Das halbdunkle Verschnitt-Schankbier ist mitteldunkel mit leicht karamellartigem, vollem Geschmack, das dunkle Schankbier dunkelbraun mit ausgeprägtem Karamellgeschmack und -aroma. Das Lagerbier ist goldgelb, mit zartem bis ausgeprägtem Hopfenaroma, mäßiger bis mittlerer Bittere, vollem Geschmack und reichem Schaum. Die feine Bittere geben laut Spezifikation die verwendeten Hopfensorten.
Herstellung
Verwendet werden Malz aus zweizeiliger Frühjahrsgerste, Wasser aus dem städtischen Netz und die Hopfensorten halbfrüher Saazer Rothopfen und Magnum als Granulat und Extrakt. Das Verfahren stammt laut Spezifikation aus der Altbrünner Brautradition: zweistufiges Dekoktionsmaischen und zweistufige Gärung.
Das Malz wird geschrotet und mit warmem Wasser eingemaischt. Zweimal wird ein Teil der Maische im Maischkessel erhitzt, gekocht und zurückgepumpt. Im Läuterbottich bilden die unlöslichen Teile eine Filterschicht, durch die die Würze abläuft. Im Würzekessel wird sie mit Hopfen gekocht, vom Trub befreit, gekühlt, belüftet und mit untergäriger Hefe vergoren. Die Hauptgärung läuft in zylindrisch-konischen Tanks; nachgegoren wird in solchen Tanks (Schankbier) oder in Lagertanks im Keller (Lagerbier). Danach wird das Bier mit Kieselgur gefiltert, im Durchlauf pasteurisiert und unter Kohlendioxid aus der Hauptgärung in Flaschen oder Fässer gefüllt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist die Region Brünn.
1323 gründete Königin Eliška Rejčka in Altbrünn ein Zisterzienserkloster, das 1325 mit Hilfe des Klosters Velehrad eine Brauerei errichten ließ. Heute wird das Bier laut Spezifikation nach alten Rezepturen in einer modernen Brauerei nahe der alten Klosterbrauerei hergestellt.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 310 vom 5. Dezember 2008. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Bier & andere Getränke
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Starobrněnské pivo
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0373
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 49.195, 16.608
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 21. Dezember 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register