Beelitzer Spargel
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Deutschland
Beelitzer Spargel ist weißer, violetter und grüner Spargel vom Beelitzer Sander in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Die leichten Sandböden und das sonnige Frühjahr lassen ihn schnell wachsen; laut Spezifikation bleiben die Stangen dadurch zart und wenig bitter.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 9. Februar 2016
- Art
- frischer Bleich- (weiß und violett) und Grünspargel
- Sorten
- alle Spargelsorten zugelassen
- Länge
- 16–24 cm als Stangenware, dazu kurze Ware und Köpfe
- Dicke
- mindestens 8 mm
- Ernte
- in der Regel ein- bis zweimal am Tag
- Herkunftsgebiet
- Beelitzer Sander in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming (Brandenburg, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Beelitzer Spargel gibt es als Bleichspargel, weiß oder violett, und als Grünspargel, der durch die Sonne grün wird. Je nach Sorte kann sich der Spargel an Stängelbasis, Schuppen und Kopf violett verfärben. Die Stangen sind 16 bis 24 cm lang und mindestens 8 mm dick; kürzere Stücke werden als „kurze Ware“ oder „Köpfe“ verkauft. Leichte Biegungen sind erlaubt, die Spitze ist überwiegend geschlossen. Der Spargel kommt geschält oder ungeschält in den Handel.
Laut Spezifikation hat Beelitzer Spargel ein spargeltypisch kräftiges Aroma, einen ausgewogenen Geschmack ohne übermäßige Bitterstoffe und besonders zarte Stangen. Weil er schnell wächst, bleibt wenig Zeit für Bitterstoffe und für die Einlagerung von Stoffen, die ihn holzig machen, und die Stangen wachsen gerade.
Herstellung
Alle Spargelsorten dürfen angebaut werden. Bleichspargel wird im Damm gestochen, Grünspargel oberirdisch geschnitten, in der Regel ein- bis zweimal am Tag. Anbau, Ernte und Aufbereitung, also Sortieren, Bündeln und gegebenenfalls Schälen von Hand oder maschinell, sowie das Verpacken finden im Gebiet statt. Die kurzen Wege vom Feld zur Aufbereitung erhalten laut Spezifikation die Frische, sichern die Kühlkette und vermeiden Bruch.
Sortiert wird meist in Stufen von 4 mm, von 8–12 mm bis über 28 mm Dicke. Der Spargel muss ganz, gesund, sauber, frisch in Aussehen und Geruch und praktisch frei von Druckstellen und Schädlingen sein.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst den Beelitzer Sander im Landkreis Potsdam-Mittelmark und Teile des Landkreises Teltow-Fläming. Es wird im Norden von den Autobahnen A2 und A10 begrenzt und reicht im Osten bis Saarmund, Blankensee und Ruhlsdorf, im Süden bis Buchholz und Linthe und im Westen bis Brück und Golzow. Das Klima ist kontinental geprägt, mit wenig Regen, viel Sonne und starken Temperaturschwankungen, in kurzer Zeit von Nachtfrost bis deutlich über 25 °C. Im Mittel liegt die Temperatur bei 8,5 °C, es fallen 530 mm Regen. Die leichten, tiefgründigen Sandböden sind gut durchlüftet und erwärmen sich schnell; die kalten Winter fördern laut Spezifikation die Winterruhe und einen kräftigen Austrieb.
Laut Spezifikation baute der Glasermeister und Ackerbürger Karl Friedrich Wilhelm Hermann 1861 den ersten Spargel in Beelitz auf dem Feld an. Ab 1870 wurde Beelitzer Spargel in größeren Mengen auf dem Markt der Stadt verkauft. 1908 rief die Beelitzer Zeitung zur Gründung einer Absatzgenossenschaft auf, um den Preisdruck der Berliner Großhändler und Konservenfabriken abzuwehren, und am 24. Oktober 1910 wurde eine Spargel-, Obst- und Gartenbauvereinigung gegründet. Damals bewirtschafteten rund 600 Anbauer etwa 250 ha Spargel. 1927 war die Region Beelitz mit 450 ha die größte Spargelanbaufläche im damaligen Kreis Zauch-Belzig. Seit 1990 ist die Fläche stetig gewachsen und bildet mit über 1.500 ha die größte zusammenhängende Anbauregion Brandenburgs. Beelitz nennt sich „Spargelstadt“, hat ein Spargelmuseum, ein jährliches Spargelfest und krönt seit 1997 eine Beelitzer Spargelkönigin.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 388 vom 17. November 2017. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-DE-02167
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 52.238, 12.971
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register