Bayerische Breze

g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Deutschland

Die Bayerische Breze, auch Brezn, Brez’n oder Brezel, ist ein Laugengebäck aus Weizenteig mit kupferbrauner, glänzender Kruste und hell aufgerissenem Bogen. Sie wird in ganz Bayern hergestellt, als fertige Breze oder als tiefgekühlter Teigling.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 23. Februar 2012
Art
Laugengebäck
Zutaten
Weizenmehl, Wasser, Hefe, Kochsalz, Fett, eventuell Backmittel mit Malz
Fett
1,5 bis höchstens 4 % auf das Mehl
Lauge
Natronlauge mit unter 4 % Natriumhydroxid
Form
geschlungen, ohne Einschnitt in der Mitte, Ärmchen hoch angesetzt
Herkunftsgebiet
Freistaat Bayern (Deutschland)

Aussehen & Geschmack

Die Form erinnert an zum Beten verschränkte Arme. Ein dünn ausgerollter Teigstrang wird mit einem Doppelknoten in der Mitte geschlungen, und die Enden werden so an den dicken Bogen gedrückt, dass möglichst drei gleich große Felder entstehen. Die Kruste ist dünn, satt glänzend und kupfer- bis kastanienbraun; die beim Backen entstandenen wilden Risse im Bogen bilden einen hellen Kontrast. Die Krume ist saftig, zart und hell.

Für den Genuss entscheidend sind laut Spezifikation der laugige Geschmack, der rösche, kurze Bruch und die wattige, noch weiche Krume. Meist ist die Breze mit grobem Salz bestreut, es gibt sie aber auch mit Mohn, Sesam, Kürbis- oder Sonnenblumenkernen oder Käse.

Von der Schwäbischen Brezel unterscheidet sie sich durch dickere Ärmchen, die deutlich höher am Bogen ansetzen, und dadurch, dass die dicke Mitte nicht eingeschnitten wird. Sie enthält weniger Fett, 1,5 bis 4 % statt 4 bis 8 %, ist deshalb besonders rösch und muss gleichmäßig ausgebacken sein.

Herstellung

Der Teig aus Weizenmehl, Wasser, Hefe, Kochsalz, Fett und eventuell einem Backmittel mit Malzanteil wird intensiv geknetet, geteilt und zu einem Strang ausgerollt, der zu den Enden hin dünn ausläuft. Von Hand mit einer besonderen Wurftechnik oder maschinell wird daraus die Breze geschlungen, die Enden werden fest angedrückt. Die Teiglinge gehen dann entweder direkt weiter oder werden gekühlt, um die Gare zu verzögern.

Belaugt wird mit Natronlauge, die auf unter 4 % Natriumhydroxid verdünnt ist. Dann werden die Brezen mit Brezensalz bestreut und gebacken. Danach müssen sie gut auskühlen und trocken lagern, weil die dünne, salzige Kruste sonst Wasser zieht. Tiefkühlteiglinge haben schon ihre Brezenform und werden in der Regel vor dem Gefrieren belaugt. Die gesamte Herstellung findet in Bayern statt.

Herkunft & Geschichte

Die Breze ist ein Gebildebrot und geht laut Spezifikation wohl auf das römische Ringbrot zurück, das als Abendmahlsbrot vor allem in Klöstern gebacken wurde. Daraus entstand zunächst eine Form mit einem Arm, ähnlich einer Sechs, und aus zwei verbundenen einarmigen Brezen schließlich die heutige Breze. Der Name führt über das althochdeutsche „Brezitella“ auf das lateinische „brachiatellium“, etwa „Ärmchen“. Gebacken wurde sie als Festtagsgebäck zu Neujahr, Palmsonntag und Erntedank; weil es in Süddeutschland viele Klöster gab, ist sie dort besonders verbreitet.

Die Laugenbreze entstand nach der bayerischen Überlieferung durch eine Verwechslung. Anton Nepomuk Pfannenbrenner, Bäcker im königlichen Kaffeehaus des Hoflieferanten Johan Eilles in München, griff 1839 statt zum Zuckerwasser versehentlich zur Natronlauge, mit der sonst die Bleche gereinigt wurden. Der 11. Februar 1839 gilt seither als der erste Tag, an dem eine Laugenbreze verkauft wurde; noch am selben Morgen kostete sie der königlich-württembergische Gesandte Wilhelm Eugen von Ursingen.

Heute stellt nahezu jede Bäckerei in Bayern Brezen her. Sie gehört zur bayerischen Brotzeit, zur Münchner Weißwurst und zum Leberkäse, und durch das Oktoberfest ist sie laut Spezifikation weltweit bekannt geworden.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 262 vom 11. September 2013. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Backwaren & Süßwaren
Herkunft
Deutschland
Geschützt seit
Weitere Namen
Bayerische Brezn · Bayerische Brez'n · Bayerische Brezel
Aktenzeichen
PGI-DE-0971

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 49.000, 11.500

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register