Ajo Morado de Las Pedroñeras
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Spanien
Ajo Morado de Las Pedroñeras ist ein Knoblauch aus Kastilien-La Mancha, dessen Zehen in einer violetten oder rosa Haut stecken. Er stammt vom heimischen Ökotyp „Morado de Las Pedroñeras“ und kommt getrocknet und höchstens ein Jahr nach der Ernte in den Handel.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 12. März 2002
- Art
- getrocknete Knoblauchzwiebeln
- Ökotyp
- „Morado de Las Pedroñeras“ der Sorte „Morado de Cuenca“
- Klassen
- Extra (mindestens 45 mm) und I (mindestens 41 mm)
- Pflanzung
- Anfang Dezember bis Mitte Januar
- Ernte
- Ende Juni bis Mitte Juli
- Herkunftsgebiet
- 225 Orte in den Provinzen Albacete, Ciudad Real, Cuenca und Toledo (Kastilien-La Mancha, Spanien)
Aussehen & Geschmack
Die Knoblauchzwiebel ist kugelförmig oder rund, mittelgroß und von einer weißen oder nur wenig gefärbten, geriffelten Außenhaut umgeben. Die Haut um die einzelnen Zehen ist violett oder rosa und ebenfalls geriffelt. Die Zehen sind klein bis mittelgroß, wie ein Croissant geformt und innen gelblich-weiß; außenliegende Zehen gibt es nicht. Verkauft wird der Knoblauch trocken und lose in den Klassen Extra und I, mit mindestens 45 bzw. 41 mm Durchmesser der gehäuteten Zwiebel.
Der Knoblauch riecht stark und schmeckt pikant. Laut Spezifikation enthält er viel Allicin, den Stoff, der vor allem für Geruch und Geschmack verantwortlich ist; beim Aufschneiden der Zehen werden die flüchtigen Bestandteile frei und Geruch und Geschmack deutlicher.
Herstellung
Gesteckt werden ausschließlich gesunde Zehen des Ökotyps, zwischen Anfang Dezember und Mitte Januar. Der Anbau erfolgt auf registrierten Flurstücken, größtenteils mit Bewässerung. Geerntet wird von Ende Juni bis Mitte Juli, in Ausnahmefällen bis Anfang August; der Ertrag liegt meist bei 9 bis 10 t je Hektar. Ein Traktor lockert die Furche, dann werden die Zwiebeln von Hand aufgelesen und so in „Garbenfurchen“ gelegt, dass die Blätter sie vor der Sonne schützen. Diese Arbeit beginnt früh am Morgen und endet gegen Mittag. Die Pflanzen werden zu Garben gebunden, in der Sonne oder an der Luft getrocknet, dann werden Wurzeln und Blätter abgeschnitten. Maschinen werden nur vereinzelt eingesetzt, weil Verletzungen den Wert der Zwiebeln mindern.
In zugelassenen Betrieben wird jede Partie kontrolliert, sortiert und abgebürstet, lose Hautreste werden von Hand entfernt. Bei Raumtemperatur darf der Knoblauch bis zum 30. September des Erntejahres lagern, danach nur in Räumen mit −2 bis −4 °C und kontrollierter Luftfeuchte. Ein Jahr nach der Ernte darf er nicht mehr unter der Bezeichnung verkauft werden. Jede Packung trägt das Emblem, ein Garantiesiegel und ein nummeriertes Kontrolletikett.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst 225 Orte in La Mancha, Mancha, Mancha Alta, Mancha Baja, Manchuela und Centro in den Provinzen Albacete, Ciudad Real, Cuenca und Toledo. Der Ökotyp ist laut Spezifikation optimal an die Böden der Region angepasst und widersteht den ungünstigen Anbaubedingungen besonders gut.
Pascual Madoz erwähnt in Band XII seines geografisch-statistisch-historischen Wörterbuchs Spaniens Knoblauchanbau und -handel in Las Pedroñeras; laut Spezifikation war die Bevölkerung damit Mitte des 19. Jahrhunderts schon für Knoblauch bekannt. Bis heute erhalten sind Bräuche wie der „Concurso de Enristrado“, ein Wettbewerb im Binden von Knoblauchzöpfen, sowie Feste, Lieder und Erzählungen. In der Hausmannskost der Region würzt Knoblauch Gerichte wie Atascaburras, Caldereta, Moje de Pimientos, Migas und Gachas.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 233 vom 5. Oktober 2007. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Spanien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-ES-0228
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 39.450, -2.674
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 11. März 2002. Eintrag im eAmbrosia-Register